SIRT – Selektive Interne Radiotherapie

Behandlungsoption von Metastasen in der Leber

Bild des Benutzers redaktion
Erstellt am 15.05.2011 von Redaktion
SIRT

Diesen Artikel per E-Mail empfehlen

CAPTCHA
Bitte beantworten Sie die Frage. So wissen wir, dass es kein Spam ist.
4 + 1 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.

Eine Behandlungsoption für nicht-operable Tumore in der Leber

Die "Selektive Interne Radiotherapie" (SIRT), auch Radioembolisation genannt, ist eine moderne Behandlungsalternative für Tumoren in der Leber, die nicht durch eine Operation entfernt werden können. Bei diesem Verfahren werden Millionen winzige radioaktive Kunstharz-Kügelchen direkt in die Lebertumoren eingebracht.

Die Selektive Interne Radiotherapie eignet sich nur für Patienten, bei denen die Leber ausschließlich oder hauptsächlich erkrankt ist. Die Behandlungsmethode hat keine Wirkung auf Tumoren außerhalb der Leber. Um für eine Behandlung in Frage zu kommen, muss die Leber hinreichend gesund sein und zufriedenstellend arbeiten. Dies wird in der Regel anhand einer einfachen Blutuntersuchung festgestellt.

Die SIRT – ein Verfahren in zwei Schritten

Das Verfahren wird von einem medizinischen Team durchgeführt, das aus einem speziell ausgebildeten Radiologen und anderen Fachkräften besteht. In der Regel unterziehen sich die Patienten zwei Eingriffen unter lokaler Betäubung. Beide Eingriffe umfassen ein als Angiografie bezeichnetes radiologisches Verfahren, bei dem die Blutgefäße in der Leber mit Hilfe von Röntgenstrahlen (und Kontrastmittel) sichtbar gemacht werden. Das Ziel der ersten Angiografie ist es vor allem, die Leber auf die SIRT vorzubereiten. Hierbei werden z.B. Blutgefäße verschlossen (embolisiert), um die Möglichkeit, dass Mikrosphären in Bereiche außerhalb der Leber vordringen (z.B. Magen oder Darm), zu minimieren. Verläuft dieser Eingriff zufriedenstellend, wird die für den Patienten erforderliche Dosis SIR-Spheres Mikrosphären ermittelt. Dann erfolgt die Verabreichung der Kunstharz-Kügelchen ein paar Wochen später in einem zweiten Eingriff.

Gezielte Bestrahlung des Tumorgewebes

Bei der SIRT gelangt radioaktive Strahlung – eine häufig zur Krebsbehandlung eingesetzte Behandlungsmethode – direkt in die Lebertumore. Die SIR-Spheres Mikrosphären werden mit Hilfe eines kleinen Schlauchs über die Leberarterie direkt bis zu den Tumoren gebracht, so dass das gesunde Lebergewebe weitestgehend geschont wird.  

Die Mikrosphären haben eine Größe von durchschnittlich 32 Mikrometern, was etwa einem Drittel der Breite eines menschlichen Haares entspricht. Die Mikrosphären sind daher klein genug, um durch die größeren Blutgefäße in der Leber fließen zu können, sind aber zu groß, um die Blutgefäße direkt am Tumor passieren zu können und bleiben so dauerhaft im Gefäßsystem des Tumors hängen. Ein Großteil der Strahlung (über 97%) wird innerhalb der ersten beiden Wochen nach der Behandlung freigesetzt.

 

Gute Verträglichkeit

Nahezu alle Behandlungen und Arzneimittel können unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf eine Behandlung. Bei der SIRT kann es nach der Behandlung zu Bauchschmerzen, Übelkeit, einem leichten Fieber und/oder Müdigkeit kommen.

Üblicherweise verschwinden diese Beschwerden nach kurzer Zeit, in selteneren Fällen dauern sie mehrere Wochen an. Medikamente, wie z. B. Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder solche gegen Übelkeit oder Geschwüre können verabreicht werden, um diese Nebenwirkungen zu verhindern oder zu minimieren. In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen.

Mögliche Vorteile des Verfahrens für die Patienten

Da die SIR-Spheres Mikrosphären direkt in die Tumoren eingebracht werden, kann dort eine höhere Strahlenintensität erreicht werden, als bei der konventionellen Strahlentherapie von außen.

Klinische Studien zeigen, dass SIR-Spheres Mikrosphären bei Anwendung in Kombination mit einer Chemotherapie die durch ein kolorektales Karzinom in der Leber auftretenden Metastasen der Patienten stärker verkleinern können, sowie die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung steigern können, als eine Chemotherapie alleine.

Bei einigen wenigen Patienten können die Lebertumoren durch die Behandlung so stark verkleinert werden, dass man sie zu einem späteren Zeitpunkt operativ entfernen kann.

Bei Patienten, deren Metastasen des kolorektalen Karzinoms nicht mehr auf die Chemotherapie ansprachen, wurden SIR-Spheres Mikrosphären ebenfalls erfolgreich eingesetzt, um diese Tumoren zu verkleinern und die Überlebenszeit der Patienten zu verlängern.

 

Nähere Informationen dazu unter: